Warum es so schwer ist, gute Vorsätze umzusetzen!

Wir kennen es alle: Das unangenehme Gefühl, schon wieder einen guten Vorsatz in den Wind geschossen zu haben. Man kann doch ein paar Mal im Monat Sport machen und weniger Süßigkeiten essen! Warum ist das so schwierig? Dieser Frage möchte ich heute nachgehen, am Wirf-Deine-Jahresvorsätze-über-Bord-Tag.

Manche möchten ein Laster ablegen. Andere wollen ihr Verhalten verbessern, also zum Beispiel mehr Zeit mit den Kindern verbringen. Beides beruht auf dem Entschluss, das eigene Verhalten zu ändern und positive Verhaltensweisen ins Leben zu integrieren.

Natürlich gibt es eine Reihe ganz banaler Gründe, die es einem schwer machen. Der Alltagstrott holt einen schnell ein. Im Stress vergisst man rasch die neuen Prioritäten und greift auf gewohntes Verhalten zurück. Und dann ist da noch der innere Schweinehund... Klar, das ist uns allen bekannt.

Ich möchte jedoch eine andere Blickweise auf unsere „Unzulänglichkeiten“ darlegen. Denn dass wir an unseren Vorhaben scheitern, liegt oft nicht daran, dass wir uns nicht aufraffen können. Oder daran, dass wir es nicht organisiert bekommen. Kurz, häufig sind wir eben nicht „schuld“ daran, wenn es uns wieder einmal nicht gelingt. Das gilt im Übrigen nicht nur für gute Vorsätze zum Jahreswechsel. Eigentlich kann der Gedanke auf fast alle unsere Vorhaben angewandt werden:

Unsere „Laster“ erfüllen eine Funktion in unserem Familiensystem.

Wir können nicht einfach von einem Tag auf den anderen eine völlige Kehrtwende in unserem Verhalten durchziehen. Meistens jedenfalls nicht. Denn wir sind nicht als Einzelperson zu betrachten. Auch der einsamste Mensch ist Teil eines sozialen Systems – fast immer ist es die Familie, die den größten Stellenwert für uns einnimmt. Es spielt keine Rolle, wie ausgeprägt der Kontakt zur Familie im Alltag ist. Wir haben im Erwachsenenalter längst unsere Familie bzw. ihre Spielregeln verinnerlicht. Nach ihren Spielregeln haben wir zu leben gelernt und wir führen unser Leben nach den gewohnten Regeln fort. So kennen wir es und so wissen wir, dass es funktioniert. Unsere Familie hat auf diese Weise schließlich überlebt!

Sehen wir uns ein fiktives Beispiel an: Familie Müller ist übergewichtig. Beide Elternteile sowie die drei jugendlichen Kinder haben einige Pfunde zu viel auf den Rippen. Apropos Rippen: Spare Ribs gehören zu den Lieblingsgerichten der Familie, die das gemeinsame Abendessen stets genüsslich zelebriert. Es ist die einzige gemeinsame Aktivität der Familie. Deshalb wird beim Abendessen Wert darauf gelegt, dass es allen Beteiligten Freude bereitet. Das Dessert ist dabei besonders wichtig. So kommt es, dass die Müllers abends regelmäßig eine Kalorienbombe nach der anderen zu sich nehmen. Das hat die zu erwartenden Folgen.

Selbstverständlich kann ein Familienmitglied versuchen, alleine Diät zu halten. Nur wird üblicherweise nicht bedacht, welche weitere Bedeutung die Entscheidung eigentlich hat. Deshalb schlagen viele Versuche fehl.

Möchte ein Familienmitglied etwas verändern, rüttelt es am Kitt, der die Familie zusammen hält.

Die Essgewohnheiten haben eine tragende Bedeutung in dieser Familie. Das gemeinsame Kochen und die damit verbundenen Rituale halten die Familie zusammen. Über das Interesse findet eine gemeinsame Aktivität statt. Der gemeinsame Genuss vereint die Familie bei guter Laune am Esstisch. Kommunikation findet fast nur beim Abendessen statt. Sobald ein Familienmitglied etwas ändern möchte, gerät die Familie durcheinander.

So wird die Motivation massiv untergraben! Der Schweinehund wächst! Klar kann man weiterhin versuchen, sein Ziel zu erreichen. Aber je mehr man gegen die Familienstrukturen angehen muss, desto schwieriger wird es. Denn umso mehr eigene innere Wiederstände und von den anderen Familienmitgliedern müssen überwunden werden.

Abzunehmen oder Diät zu halten, würde bei diesem Beispiel den Zusammenhalt der Familie ins Wanken bringen. Dieses Risiko wird in der Realität oft nicht eingegangen.

Wie man sein Ziel erreichen kann: Es gibt Umstände, unter denen der Familienfaktor nicht so ausgeprägt ist. In solchen Fällen kann man mit Disziplin und gesundem Menschenverstand die Hindernisse überwinden. Falls man aber an Grenzen stößt, könnte die Rosa Rechtsteiner Methode unterstützen. Sie wurde entwickelt, um familiäre Verstrickungen zu harmonisieren.

Wer mehr zu dem Einfluss der Familie auf uns wissen möchte, kann gerne unser Buch „Familie im Gepäck“ lesen oder einen Termin bei Rosa Rechtsteiner buchen.

 

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